Dresden-Bericht von Die Linke.SDS Münster

Nun ist die Verhinderung des Naziaufmarsches in Dresden am 13.2. drei Tage her. Die Anstrengungen sind schon längst vergessen, Kälte und Müdigkeit überwunden, nicht vergessen aber ist, dass wir es geschafft haben.

Dresden war am Samstag eine Stadt voller Antifaschistinnen und Antifaschisten. 12.000 NazigegnerInnen machten deutlich, dass der „braune Mob“ keine Chance hat. So konnten die ca. 5000 aus ganz Europa angereisten Nazis sich stundenlang vor dem Bahnhof die Beine in den Bauch stehen und dann wieder nach Hause fahren: „Gute Heimreise“.

Die Blockaden und nicht etwa die bürgerliche Menschenkette um die Altstadt haben den Aufmarsch verhindert.

Das Gericht hatte zuvor den Nazis erlaubt, im Dresdener Viertel Neustadt zu marschieren. Eine Schande – zumal es sich um ein linkes Szeneviertel handelt und vom Neustädter Bahnhof in der NS-Zeit viele Deportationen ausgingen.

Die von einem breiten Aktionsbündnis „Dresden nazifrei“ organisierten Blockaden sorgten dafür, dass die Polizei die Nazis aus Sicherheitsgründen nicht marschieren lassen konnte.

An den offiziellen sechs Blockadepunkten war die Stimmung recht unterschiedlich. Am Albertplatz zeigten eher bürgerliche Gruppen und Parteien, unterstützt durch Prominente (Konstantin Wecker, Katja Kipping, Franziska Drohsel,…) Präsenz. Hier hielt sich die Polizei sehr im Hintergrund. An anderen Blockadepunkten sah dies wohl anders aus. Es waren aber unglaublich viele Menschen, die trotz eisiger Kälte, nassen Füßen und großer Müdigkeit durchhielten. So war die Polizei machtlos.

Generell schien das Handeln der Polizei trotz des riesigen Aufgebots unkoordiniert und chaotisch. Sie verhinderte den Zugang zu den verschiedenen Blockadepunkten, was zu großer Unruhe in den Straßen führte und die Stimmung in Dresden-Neustadt unnötig aufheizte. Dass sie die Autobahnabfahrten sperrten und so auch wir die Tortur einer Überlandfahrt auf uns nehmen mussten, bleibt unverständlich.

Nach dem Ende der Veranstaltung waren die Nazis sehr frustriert und zeigten wieder einmal ihr gewalttätiges Gesicht, als sie, wie auch schon in der Nacht zuvor, randalierten und Attentate verübten.
Mit Sicherheit kann Dresden als ein Erfolg für Antifaschistinnen und Antifaschisten gesehen werden, aber der Kampf muss weiter gehen. Naziaufmärsche sind nur die Spitze des Eisberges. Rassismus und Antisemitismus befinden sich an zu vielen Orten unserer Gesellschaft, ob bei Stammtischgesprächen, in der Presse oder auch in der Gesetzgebung.